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Belgiens Polizeireiterstaffel auf Einkaufstour beim Westfälischen Pferdestammbuch

 

HANDORF. Unter 1,64 Meter geht gar nichts. Bei dieser Höhe handelt es sich um eine ganz spezielle Größenvorgabe, die bei der Ordnung öffentlicher Veranstaltungen unter freiem Himmel schon durch pure Körperlichkeit Eindruck macht. Es ist das Stockmaß, das die belgische Polizei von ihren Einsatzpferden verlangt. Ihre Quelle für den Bezug künftiger Polizeipferde liegt in Westfalen. 

Im Beritt der belgischen Polizei: Training von Pferden, die in Westfalen für Brüssel erworben wurden.Foto:Westfälisches Pferdestammbuch.

Am 16. November ist es wieder soweit. Dann sucht die „Belgische Föderale Berittene Polizei“ bereits zum neunten Mal beim Westfälischen Pferdestammbuch in Münster-Handorf nach jungen Reitpferden für ihre Reiterstaffeln. Vor sechs Jahren begann die westfälisch-belgische Zusammenarbeit und findet mittlerweile bereits zweimal jährlich statt, im Mai oder Juni und im November.


Ein Auswahlteam belgischer Polizisten bezieht dann in der Reithalle des Westfälischen Pferdezentrums an der Sudmühlenstraße im münsterschen Stadtteil Handorf seinen Tribünenplatz und besichtigt regelmäßig 15 bis 20 Pferde. Sie sind mindestens drei und nicht älter als sechs Jahre. Neben dem 1,64 Meter-Mindeststockmaß gelten gute Gesundheit und solider Körperbau als verbindliche Auswahlkriterien. Die Pferde sollten angeritten, wenn noch nicht vollständig ausgebildet sein. Ein ruhige Wesensveranlagung gehört ebenfalls zu den Vorbedingungen im hippologischen Dienst für die Repräsentanten staatlicher Gewalt. Hengsten wird in diesem Charakterfach von der berittenen belgischen Polizei offensichtlich nicht so sehr über den Weg getraut wie den bevorzugten Stuten und Walachen.

 

Während der seit sechs Jahren währenden Zusammenarbeit zwischen Westfälischem Pferdestammbuch und belgischer Polizei konnten 37 Reitpferde zum amtlichen Hilfsdienst ins Nachbarland vermittelt werden mit einem Gesamtumsatz von 550.000 Euro. Hierzulande und international beschränkt sich der züchterische und reiterliche Einsatz fürs Vaterland eher im weltweiten Ansehen nicht zuletzt westfälisch gezogener Pferde, die schon manchen Olympiasieger oder Weltmeister in Dressur und Springen ans Ziel gebracht haben. „Das Renommée von Pferdezucht und Reitsport in Deutschland und Westfalen beflügelt auch die Zusammenarbeit mit der belgischen Polizei“, sagt Thomas Münch, Zucht- und Vermarktungsleiter in der Geschäftsführung des Westfälischen Pferdestammbuchs.

 

Die belgische Polizeireiterstaffel erhält vom Westfälischen Pferdestammbuch zur Vorauswahl vorab Videos und möglichst auch Röntgenbilder der angemeldeten Pferde. Je nach Qualität werden Preise bis zu 20.000 Euro pro Pferd aufgerufen. Das Westfälische Pferdestammbuch, Verband von mehr als 8.000 Züchtern aus dem Landesteil Westfalen, tritt lediglich als Vermittler in Aktion. Die verkaufswilligen Besitzer müssen am 16. November ihre Polizeipferdkandidaten selber vorreiten. Anschließend besteigen die belgischen Polizeibeamten das Pferd zum Proberitt. Im günstigsten Fall geht es für beide dann ab nach Brüssel.

 

·       Anmeldungen für interessierte Zuschauer zur Vorstellung der Polizeipferd-Bewerber am 16. November von 8 bis 19 Uhr per E-Mail möglich an knaup@westfalenpferde.de




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