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Rollstuhlfahrer angezündet: Täterin wird in Münster verhaftet

 

MÜNSTER/HAGEN. Dieser Fall hat bundesweit für Bestürzung gesorgt: Eine junge Frau hatte in Hagen einen 67jährigen Rollstuhlfahrer mit Benzin übergossen und angezündet. Inzwischen wurde sie in Münster von einer Spezialeinheit verhaftet. Die 18-Jährige sitzt wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Das Opfer schwebt in Lebensgefahr und liegt in einer Spezialklinik.

Ein 67jähriger Rollstuhlfahrer wurde Opfer eines Brandanschlages. Foto: Siegmund Natschke.


Für die 18-Jährige endete die Flucht in Münster. Nach intensiven Ermittlungen der Hagener Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Hagen wurde die junge Frau dort von Einsatzkräften der Spezialeinheit vorläufig festgenommen. Warum sie sich ausgerechnet in Münster aufhielt, ist bislang nicht bekannt.

Fest steht: Die 18-Jährige stammt nicht aus Münster und wohnt auch nicht in der Stadt. Das bestätigten die Polizeipressestellen in Münster und Hagen. Welche Spezialeinheit den Zugriff durchführte, wird aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt.

Die Tat hatte sich am letzten Donnerstag im Hagener Stadtteil Helfe ereignet. Gegen Abend hielt sich dort ein 67-jähriger Rollstuhlfahrer in einer Grünanlage an der Johann-Friedrich-Oberlin-Straße auf. Nach bisherigen Erkenntnissen kam zu einer verbalen Auseinandersetzung mit der 18-Jährigen. Die beiden kannten sich flüchtig aus der Vergangenheit.

Im weiteren Verlauf soll die junge Frau den Mann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und ihn anschließend angezündet haben. Passanten löschten das Feuer und verständigten die Polizei.

Die Flüssigkeit soll nach bisherigen Erkenntnissen in einem Einkaufszentrum in der Nähe der Grünanlage gekauft worden sein.

Der 67-Jährige wurde zunächst mit schweren Verletzungen in eine Spezialklinik gebracht. Anfangs war davon ausgegangen worden, dass seine Verletzungen nicht lebensbedrohlich seien. In der Klinik zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Aufgrund der Schwere der Verletzungen besteht inzwischen Lebensgefahr.

Am Samstagnachmittag wurde die 18-Jährige auf Antrag der Hagener Staatsanwaltschaft einer Haftrichterin vorgeführt. Diese erließ Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die 18-Jährige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Damit rückt neben der Tat in Hagen auch die Frage in den Mittelpunkt, was die 18-Jährige nach dem Angriff nach Münster führte. Nach derzeit bekannten Informationen gibt es keinen Hinweis darauf, dass sie aus Münster stammt oder dort lebt.

Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft Hagen ermitteln weiter zu den Hintergründen der Tat, zum Motiv und zum Ablauf der Flucht. Die in Münster schließlich ihr spektakuläres Ende fand.

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