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Moondog - die Weltlegende, die in Münster lebte

 

MÜNSTER/RECKLINGHAUSEN. Der blinde Musiker „Moondog“ ist eine Legende von Weltrang. Nur wenige wissen, dass er am Ende seines Lebens -auch- in Münster gelebt hat. Das macht unsere Stadt plötzlich zu einem musikalischen Fixpunkt, auf den man schaut. Viele haben Moondog kennengelernt, tief beeindruckt von ihm war nicht zuletzt die Autorin und Literaturveranstalterin Renate Rave-Schneider. Sie möchte dem so ausdruckstarken (Straßen-) Musiker und Komponisten nun einen ganzen Abend widmen.
Moondog. Grafik: Jennifer Klawitter.

Rave-Schneider erinnert sich heute noch genau, wie sie Moondog kennengelernt hatte.

Während des Studiums in Münster habe sie ihre Eltern in Recklinghausen öfter besucht und habe 1975 sogar wieder ein halbes Jahr dort gelebt: „Es war genau in jener Ära, als Moondog für einige Jahre seinen Lebensmittelpunkt hier hatte und den festen Standplatz vor der Alten Apotheke in der Innenstadt.“ Sie erlebte ihn live einige Male, kannte auch einen guten Freund aus seiner damaligen WG, der ihr vom Zusammenleben mit Moondog erzählte. Etwas später erlebte sie ihn dann bei einer Jazzreihe im LWL-Museum in Münster. Sie sei fasziniert gewesen von seiner Musik, aber es sei damals noch nicht die passende Zeit gewesen, dieses Interesse zu vertiefen. Das ist jetzt, über vierzig Jahre später, anders.

Renate Rave-Schneider organisiert den Moondog-Abend. Foto: privat.

Rave-Schneider hörte wieder einige Musikstücke von ihm und vor allem “Birds Lament“(Ode an Charlie Parker) ging ihr nicht mehr aus dem Kopf: Jetzt habe es „richtig gezündet“ und sie beschäftigte sich mit ihm in Lektüre und mehr und brachte ihre Gedanken zu ihm auf Papier: Erst entstand das „Wintermärchen“, dann Gedichte zu seiner Zeit als Straßenmusiker in New York. Nun also der Entschluss, Moondog eine eigene Leseperformance zu widmen. Ein passender Zeitpunkt, denn in diesem Jahr wäre der Musiker 110 geworden.

Wolfgang Schneider lässt Moondog musikalisch wieder aufleben. Foto: Siegmund Natschke.

„Das soll erst der Auftakt für weitere Veranstaltungen dieser Art von uns sein.“, sagt Rave-Schneider, die das Event gemeinsam mit ihrem Mann Wolf Taylor auf die Beine stellt. Dieser wird Moondogs Klänge wieder aufleben lassen.

Zeitgleich zur Lesung im November wird ein Buch von Rave-Schneider über Moondog als Hommage an ihn erscheinen: Dieses soll im Eigendruck herauskommen und den Titel tragen: „BLUMEN FÜR MOONDOG, Gedichte, Geschichte und ein Märchen.“ Es wird bereichert durch sieben farbige Grafiken von Jennifer Klawitter alias Jaana Redflower. Es wird circa 12 EUR kosten und kann ab Mitte Oktober durch PN an leona51@gmx.de bei Renate Rave Schneider vorbestellt werden.

Die Leseperformance findet am 25. November (Mittwoch) um 19.30 Uhr in der „1000-Marken-Bude“, Münsterstraße 11, 45657 Recklinghausen, statt.

                    (C) Siegmund Natschke




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