MÜNSTER. Die erheblich geringere Zuweisung an Finanzmitteln entsprechend dem NRW- Gemeindefinanzierungsgesetz kann für Oberbürgermeister Tilman Fuchs und Kämmerin Christine Zeller (beide Grüne) nicht ganz überraschend gekommen sein, meint die CDU-Fraktion im Rat. Infolge der bekannt hohen Gewerbesteuerkraft Münsters sei eine gesetzliche Zuweisung von nur noch 2,8 Mio. Euro für das nächste Jahr zu erwarten, erklärt sie in einer Mitteilung. Geplant hatte die Stadtspitze aber eine Einnahme von 95 Mio. Euro. „Das ist ein Finanzschock für die Stadt“, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Weber und fügte hinzu: „Wie konnte es zu einer derart heftigen Fehleinschätzung und mangelnden Risikovorsorge im Stadthaus kommen?“ Angesichts der Entwicklung in den Vorjahren könne der Finanzschock mindestens für die Kämmerin nicht unerwartet gekommen sein. Der städtische Doppelhaushalt 2026/27 sei bereits Makulatur, es drohe die Haushaltssicherung mit dem Verlust der eigenen Finanzhoheit der Stadt.
Münster in Finanznöten: Jetzt verlangt die CDU eine Haushaltssperre. Foto: Siegmund Natschke
Für die CDU ist nun ein Konsolidierungskurs zwingend.
„Die CDU weist schon seit langem darauf hin, dass die Stadt
dringend einen Befreiungsschlag bei Aufgaben, Organisation und
Personal braucht“, sagte Ratsherr Mathias Kersting,
stellvertretender Vorsitzender und finanzpolitischer Sprecher
der Rathaus-CDU. Weber und Kersting führten die 400.000 Euro
teure Baumverpflanzung in Wolbeck oder die Kopfsteinschleiferei
für knapp 100.000 Euro auf 120 Straßenmetern im Hansaviertel
als aktuelle Beispiele dafür an, „was die Stadt sich finanziell
schon längst nicht mehr erlauben kann.“ Es gehe aber über
signifikante Geldverschwendung hinaus um die grundsätzliche
Neuordnung der städtischen Finanzstruktur. Für die CDU ist ein
ehrlicher Kassensturz erforderlich. Bis Klarheit über die
tatsächliche Haushaltslage besteht, fordert die Fraktion eine
sofortige Haushaltssperre für neue freiwillige Ausgaben und einen
Konsolidierungsplan. Neue freiwillige Projekte,
Stellenbesetzungen und noch nicht begonnene Investitionen dürften
erst nach einer belastbaren Neubewertung der Finanzlage
beschlossen werden.
Eine weitere Erhöhung der Gewerbesteuer ist
angesichts der bereits sehr hohen Gewerbesteuereinnahmen für die
CDU ausgeschlossen. Das gilt nach den Worten Webers und Kerstings
auch für eine zusätzliche Belastung der Bürger durch eine höhere
Grundsteuer mit der Folge weiter steigender Wohnkosten.
Stadtkämmerin Zeller habe selbst oft darauf hingewiesen,
dass Münster kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem hat.
Exakt bei den Ausgaben müsse nun angesetzt werden. Bereits zu den
Haushaltsplanberatungen im März habe die CDU
konkrete Konsolidierungsvorschläge vorgelegt.
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