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Galeria-Krise erreicht Münster: Stadt will Salzstraße-Filiale nicht retten

MÜNSTER. Die Krise der Warenhaus-Kette Galeria schlägt Wellen bis nach Münster: Offenbar ist die Galeria-Filiale an der Salzstraße akut gefährdet. Während die Stadt Münster beim Standort an der Ludgeristraße selbst noch als Eigentümerin eingesprungen war, will sie sich beim traditionsreichen Kaufhaus an der Salzstraße (vormals Karstadt) offenbar nicht in gleicher Weise engagieren.

Der Grund: Hier sei „eine vollkommen andere Ausgangslage“ als an der Ludgeristraße gegeben, teilte die Stadt Münster auf Anfrage von „Münster täglich“ mit. Was genau ist an der Salzstraße anders? „Die Stadt Münster ist dort, anders als beim Objekt an der Ludgeristraße, keine Grundstückseigentümerin oder Erbbaurechtsgeberin. “, erklärt die Verwaltung weiter.

Damit bleibt offen, wie es mit dem Haus an der Salzstraße weitergeht. Galeria hatte zuletzt bundesweit 33 Filialen auf den Prüfstand gestellt. Darunter befindet sich nun auch der Münsteraner Standort. Das Unternehmen will zunächst mit Vermietern über Mietkonditionen und mögliche Flächenanpassungen sprechen. Sollte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden werden, drohen Schließungen.

Das Galeria-Kaufhaus an der Salzstraße ist in Gefahr. Fotos: Siegmund Natschke

Für Münster ist die Entwicklung besonders brisant. Das Warenhaus an der Salzstraße gehört zu den prägenden Einzelhandelsstandorten der Innenstadt. Eine Schließung würde nicht nur die Beschäftigten treffen, sondern könnte auch gravierende Auswirkungen auf die Attraktivität der Einkaufszone haben.


Dabei hatte die Stadt beim zweiten großen Münsteraner Galeria-Standort an der Ludgeristraße zunächst einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen. Sie kaufte das Gebäude des insolventen Signa-Konzerns und vermietet es seitdem wieder an Galeria zurück („Münster täglich“ berichtete).

Die Verwaltung betont allerdings, dass die Sanierungskosten dort nicht von der Stadt übernommen werden. Auf die Frage nach möglichen Renovierungskosten und einer Arbeitsplatzgarantie verweist die Stadt auf eine frühere Pressemitteilung: „Die Kosten dafür sollen nach einem Kauf des Gebäudes durch die Stadt im Mietvertrag vollständig auf den Mieter Galeria übertragen werden.“

Auch eine Bewertung des bisherigen Vorgehens oder mögliche weitere Schritte an der Salzstraße kommentiert die Stadt nicht öffentlich. „Die Stadt Münster äußert sich nicht öffentlich zu laufenden Vertragsverhältnissen“, heißt es in der Antwort.

Die Entwicklung zeigt zugleich, wie schwierig die Lage des Warenhauskonzerns weiterhin ist. Zwar war Galeria nach der Insolvenz 2024 neu aufgestellt worden. Doch die erneute Prüfung zahlreicher Standorte macht nun ganz unmittelbar deutlich, dass der Konzern weiter um seine wirtschaftliche Zukunft kämpfen muss.

Noch im Jahr 2024 hatte die Stadt Münster gegenüber „Münster täglich“ darauf hingewiesen, dass der Eigentümer, die Galeria S.à r.l. & Co. KG, nicht insolvent sei. "Münster täglich" blieb jedoch  bei seiner kritischen Haltung - und behielt Recht. Die damalige Aussage der Stadt bezog sich offenbar auf die abgeschlossene Neuordnung nach dem Insolvenzverfahren. Die aktuelle Situation zeigt jedoch: Die wirtschaftlichen Probleme des Warenhauskonzerns sind damit nicht beendet.

Während die Ludgeristraße durch das Eingreifen der Stadt eine besondere Absicherung erhalten hat, bleibt für die Salzstraße die entscheidende Frage offen: Findet Galeria gemeinsam mit dem Vermieter eine Lösung – oder verliert Münster einen weiteren, ganz wichtigen Anker im innerstädtischen Einzelhandel?


                             (C) Siegmund Natschke


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