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Serie "Meine besten Geschichten": Mit Nia Künzer durchs Feuer gehen

 Ich bin jetzt inzwischen über fünfzehn Jahre im Lokaljournalismus. Ein Jubiläum, das mich sehr stolz macht.

Ich habe in dieser Zeit jede Menge erlebt, unzählige Termine gehabt, viele Menschen getroffen und vor allem: ganz viele Artikel geschrieben. Es sind über 10.000 geworden... Eine enorme Zahl, die mein Archiv groß werden lässt. Es sind darunter unheimlich starke und spannende Geschichten, die es lohnen, nochmal erzählt zu werden. Für „Münster täglich“ krame ich ein bisschen in diesem Archiv und hole die besten Geschichten aus fünfzehn Jahren nochmal hervor. Die gibt’s jetzt ab sofort in der neuen Serie „Meine besten Geschichten“ zu lesen: www.muenster-taeglich.de. Weiter geht’s mit Folge 20 und Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer.

Fußballweltmeisterin Nia Künzer sitzt unter dem Zelt der „Kinder stark machen“-Aktion auf dem Sportplatz des SC Gremmendorf. Eine dicke Sonnenbrille trägt sie, doch die Kinder der U11-Mädchen-Mannschaft haben sie sofort erkannt. Sie winken ihr zu, Nia Künzer lächelt und winkt zurück. Einige Minuten später kommen die Mädchen nochmal, jetzt trauen sie sich zu fragen: „Guckst Du gleich zu, wenn wir spielen?“ Nia Künzer lacht und sagt sofort zu.

Der SC Gremmendorf hat im letzten Jahr bei der Aktion „TEAM 2011“ des DFB und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) mit eben diesen U11-Mädchen ein Fest mit Nia Künzer gewonnen. Jetzt ist sie da, und wie selbstverständlich nimmt sie sofort an den Aktionen auf der Bühne teil. Die blonde Fußballerin, die durch ihr „Golden Goal“ bei der Frauen-Fußball-WM 2003 Deutschland zur Weltmeisterin machte, sagt auch sofort, um was es geht: „Durch Fußball kann man lernen, mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Wir wollen Kinder stark machen, damit sie als Jugendliche auch ´Nein´ zu Alkohol und Drogen sagen können.“

Dies betreffe schon Jugend-Fußballturniere, bei denen es immer noch nicht selbstverständlich sei, dass es dort eben kein Bier und Tabak gebe. Beim SC Gremmendorf sieht man sich dagegen vergeblich nach Genussmitteln jeder Art um. Vieles Sinnvolle sieht man an diesem Tag: So führt etwa der Arbeiter- und Samariterbund eine erneute Typisierungsaktion für die leukämiekranke Annika durch. Am Stand des BzGA gibt es etliche Info-Materialien für Trainer und Organisatoren für Fußball-Turniere. Auch die Freiwillige Feuerwehr Gremmendorf ist da. „Wir haben eine akustische Torwand aufgebaut“, sagt Löschzugführer Dirk Freiberg. Bei einem Treffer gibt es Blaulicht, beim zweiten ertönt die Sirene, beim dritten geht die Sprinkleranlage los.

Nia Künzer will Kinder stark machen. Fotos: Siegmund Natschke

Nia Künzer spurtet auf die Bühne. Nach einem lockeren Cheerleader-Tanz mit den versammelten Mädchen-Fußballmannschaften des Vereins, stehen Spiele an, die wahre Mutproben sind. So klettert die blonde Sportlerin zwei Leitern hinauf, mit jedem Bein eine. Gefolgt von vielen Kindern. Alle verlassen sich dabei jeweils auf den anderen, sonst würden die kleinen und großen Mädchen herunterpurzeln. Dann folgt Teller-Akrobatik, schließlich der Gang über einen brennenden Feuer-Stab. „Man soll auch ´Nein´ sagen können“, erklärt die Fußball-Weltmeisterin, „auch wenn alle ´Ja´ sagen.“ Doch den Spaß will sich keiner nehmen lassen, einige springen auch im Duett mit Nia Künzer über das kleine Feuer.


Natürlich geht es auch noch um die EM, von der Künzer sagt: „Einige denken, alles wäre jetzt ´easy peasy´. Aber bei solch einem Turnier sind alle Mannschaften stark.“ Oder um die Entwicklung des Frauen-Fußballs: „Frauen spielen anders. Wenn eine gefoult wird, fragt die andere nach: Wie geht es Dir?“, meint die Fußballerin, die von allen nur „Nia“ genannt wird. Die Mädchen haben sie heute in ihr Herz geschlossen. Nur die kleine Nike von der U9-Mannschaft antwortet auf die Frage, wer ihre Lieblings-Fußballerin ist: „Alexandra Popp!“


                       (C) Siegmund Natschke

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