Renate Rave-Schneider (Autorin) und Wolf Taylor (Musiker) gestalten eine Musiklesung mit eigener Lyrik, Prosa und Musik, rund um Moondogs Werke und Wirken. Moondog (1916-1999) war ein US-amerikanischer Komponist und Musiker, der seine letzten Lebensjahre in Westfalen verbrachte.
Renate Rave-Schneider. Foto: privat.Renate Rave-Schneider ist in Recklinghausen aufgewachsen, wo sie 1971 das Abitur am Theodor-Heuß-Gymnasium ablegte. Während des Studiums u.a. in Münster besuchte sie die Eltern in Recklinghausen öfter und lebte sogar 1975 wieder ein halbes Jahr dort: Es war genau in jener Ära, als Moondog für einige Jahre seinen Lebensmittelpunkt hier hatte und den festen Standplatz vor der Alten Apotheke in der Innenstadt. Sie erlebte ihn live einige Male, kannte auch einen guten Freund aus seiner damaligen WG, der ihr vom Zusammenleben mit Moondog erzählte. Etwas später erlebte sie ihn bei einer Jazzreihe im LWL-Museum in Münster. Sie war fasziniert von seiner Musik, aber es war damals noch nicht die passende Zeit, dieses Interesse zu vertiefen.
Wolf Taylor. Foto: Siegmund Natschke.Erst vierzig Jahre später, inzwischen längst Autorin, hörte sie wieder einige Musikstücke von ihm und vor allem Birds Lament (Ode an Charlie Parker) ging ihr nicht mehr aus dem Kopf: Jetzt hatte es richtig gezündet und sie beschäftigte sich mit ihm in Lektüre und mehr und brachte ihre Gedanken zu ihm auf Papier: Erst entstand das Wintermärchen, dann Gedichte zu seiner Zeit als Straßenmusiker in New York, The Viking from the Sixth Avenue und später, eigentlich erst vor Monaten weitere Lyrik zu seiner Bedeutung für die Stadt Recklinghausen und seiner wegweisenden Funktion in der Minimal-Musik und Jazzszene: "Ich musste es tun, es brannte in mir sein kontrastreiches, besonderes Leben als blinder Straßenmusiker im Wikinger-Outfit auf meine Art aufzuzeichnen. Mein Mann bereichert durch seine Blues-orientierte Musik die Texte perfekt," so die Autorin über das Projekt.


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