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Vogelgrippe erreicht Münster: Was Landwirte jetzt tun und Behörden raten

 

MÜNSTER/ALBACHTEN. Es kam plötzlich, für Experten aber nicht völlig überraschend: In Münster-Albachten wurde bei einem toten Kranich erstmals im Stadtgebiet das Vogelgrippevirus bestätigt. für Geflügelhalter heißt es jetzt: höchste Wachsamkeit.

„Bisher ist keine Betroffenheit eines Hausgeflügelbestandes bekannt“, sagt jedoch Laura Hachmann, die Sprecherin des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLLV): „Die Sorge ist groß. Tierschutz steht für die Betriebe an erster Stelle.“


Ein Kranichzug über Münster. Jetzt ist bei dieser Vogelart das H5N1-Virus aufgetreten. Foto: Biologische Station Rieselfelder.

Was die Behörden empfehlen

Die Stadt Münster weist darauf hin, dass kranke oder tote Wildvögel nicht berührt und stattdessen dem Veterinäramt gemeldet werden sollen. Haustiere sollten von Fundstellen toter Wildvögel ferngehalten werden. Wer ungeschützt Kontakt hatte, solle mögliche Symptome beobachten: „Für die Münsteranerinnen und Münsteraner ändert sich durch den bestätigten Fall zunächst nichts.“, meint die städtische Sprecherin Cordula Spangenberg.

Dennoch wächst die Sorge.

Experten des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) betonen nämlich: „Die hochpathogene aviäre Influenza wird bei Wildvögeln von Wasservögeln getragen“ – und das Risiko für Nutzgeflügel sei derzeit hoch einzuschätzen.

Was Landwirte jetzt tun müssen

„Die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsanforderungen hat jetzt oberste Priorität“, mahnt Laura Hachmann. Der Landwirtschaftsverband hebt insbesondere folgende Punkte hervor:

  • Zugangskontrollen zu Ställen, Wechsel von Schuhwerk und Schutzkleidung beim Betreten.

  • Geeignete Desinfektionsmatten und -bäder am Stallzugang.

  • Wildvogelsicherung: „Kein Zugang von Wildvögeln zu Ausläufen, Tränken oder Futter.“

  • Früherkennung und schnelle Meldung: Bei plötzlichem Tiersterben oder Leistungseinbruch sofort handeln.

Ein Landwirt im Münsterland (Name anonym) schildert seine Situation so: „Wir hatten den Ernstfall noch nicht bei uns – aber wir fühlen uns jetzt in Alarmbereitschaft. Jede Nachlässigkeit könnte teuer werden.“

Warum jetzt handeln – und warum schnell

Die aktuelle Ausbreitung der Vogelgrippe über Wildvögel macht den Druck deutlich.

Das FLI warnt vor einer Verschleppung des Virus in Nutzgeflügelbestände. Die Gefährdung für Hausgeflügel wird als hoch eingeschätzt.

Für Menschen bleibt das Risiko sehr gering

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft das Risiko einer Übertragung auf den Menschen grundsätzlich als sehr gering ein. Laut den Behörden ist in Deutschland bisher kein Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch über das Virus infiziert hat.

Fazit

Der Befund aus Münster-Albachten zeigt: Das Virus ist angekommen – wenn auch bislang bei einem Wildvogel. Für die Landwirte bedeutet das: Jetzt keine Verzögerung, sondern sofortige Umsetzung der Schutzmaßnahmen. Für alle anderen gilt: umsichtig bleiben, Hinweise der Stadt beachten – aber keine Panik aufkommen lassen.


(C) Siegmund Natschke


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