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Heftige Diskussion: der „Irrsinn“ der Kanalbeleuchtung

 

MÜNSTER. Jetzt wird es heftig, der Streit um die Kanalbeleuchtung eskaliert zusehends.

Hintergrund: Die Rathausmehrheit aus Grünen, SPD, Volt und weiteren Gruppen hat sich erneut geweigert, die umstrittene Abschaltung der Kanalpromenaden-Beleuchtung zu beraten. Jetzt gehen die Christdemokraten auf die Barrikaden.

Als „ totale Uneinigkeit, ein Irrsinn ohne Ende“, hat CDU-Ratsherr Walter von Göwels die erneute Nichtbefassung mit dem Thema nun im städtischen Umweltausschuss kommentiert. Im Verkehrsausschuss war derselbe Vorgang zu beobachten, „während der SPD-Oberbürgermeisterkandidat durch Münster läuft und mehr Beleuchtung in der Stadt fordert.“ Am Kanal drohe nun das genaue Gegenteil, und die für teures Geld angeschaffte Beleuchtung bliebe abgeschaltet. Der verkehrspolitische CDU-Sprecher sieht in dieser „Verweigerung der Ratshausmehrheit“ gar ein hohes Risiko für Leib und Leben: „Wenn der erste Radfahrer nachts in den Kanal fällt, sind diese Leute politisch verantwortlich.“ Dabei haben nach den Worten des Ratsherrn von Göwels Licht und Sicherheit auf der Kanalpromenade eine Mehrheit im Rat durch die Stimmen der CDU, SPD und FDP. Doch, so meint er: „Die Grünen blockieren.“

Sollte die Kanalpromenade beleuchtet werden? Foto: Stadt Münster.

Die CDU lehnt die Abschaltung der nächtlichen „adaptiven“ Beleuchtung der Kanalpromenade ab und wolle den Radverkehr fördern, wie sie betont: “allerdings ohne die artenschutzrechtlich besonders sensiblen Bereiche zu beeinträchtigen.“ Die Beleuchtung soll also weiter anspringen - wenn sich Radfahrer nähern. Eine Sonderreglung wird es nach dem Willen der CDU weiterhin im Bereich der Rieselfelder geben. Nur hier soll es dann zu einer Komplettabschaltung zwischen 0 und 5 Uhr kommen.

Bis 2019 war die gesamte Kanalpromenade übrigens völlig unbeleuchtet. Ab da an gab es streckenweise eine adaptive Beleuchtung, also eine, die sich anpasst, je nachdem, ob gerade ein Radfahrer vorbeifährt oder nicht. So war es etwa am Hiltruper Osttor. Nun möchte die Stadt aber ganz grundsätzlich auch diese adaptive Beleuchtung zwischen 0 und 5 Uhr abschalten - überall. Auch aus Naturschutzgründen – den Fledermäusen zuliebe. Das sehen viele skeptisch und verweisen dabei vor allem auf eine erhöhte Unfallgefahr im Dunkeln. Eine Entscheidung steht noch aus.

(C) Siegmund Natschke

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