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Wechsel an der Universitätsspitze

 MÜNSTER. Die Universität Münster steht vor einem Wechsel an der Spitze: Die derzeitige Präsidentin der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, wird zum 1. Oktober 2026 als neue Rektorin an den Schlossplatz nach Münster wechseln. Sie wird auf Prof. Dr. Johannes Wessels folgen, der der Universität Münster seit 2016 vorsteht.

Die Uni Münster bekommt eine neue Rektorin. Foto: Siegmund Natschke.

Die Hochschulwahlversammlung stimmte Ende November in geheimer Wahl mit 23 von 28 Stimmen für Susanne Menzel-Riedl, die seit 2019 die Osnabrücker Universität leitet. Bei ihrem damaligen Amtsantritt war sie die jüngste Präsidentin einer deutschen Hochschule. „Natürlich freue ich mich darüber, Sie mit meinen Ideen und meinem Konzept überzeugt zu haben“, betonte die gebürtige Siegenerin nach ihrer jetzigen Wahl in der Aula. Bis zu ihrem Amtsantritt werde sie sich „selbstverständlich mit großem Engagement“ ihren Aufgaben in Osnabrück widmen.

Zuvor hatte die Vorsitzende der Findungskommission, Dr. Elke Topp, den Bewerbungs- und Auswahlprozess beschrieben. Es habe sich um ein „offenes Verfahren“ gehandelt, der Posten sei öffentlich ausgeschrieben worden. Daraufhin habe man eine „beachtliche Zahl von qualifizierten Bewerbungen“ erhalten, es habe sich sowohl um interne als auch um externe Bewerber gehandelt. Mithilfe einer vom Deutschen Hochschulverband empfohlenen Personalberatung habe sich die zehnköpfige Kommission nach einem „strukturierten Auswahlverfahren“ einstimmig dafür entschieden, allein Susanne Menzel-Riedl zu nominieren.

In einem rund 45-minütigen Vortrag schilderte die künftige Rektorin ihre Motive für den Wechsel und ihre Ideen. Sie erinnerte an ihre eigene Studienzeit (Biologie, Pädagogik und Englisch) an der Universität Münster; aus dieser Zeit hatte sie sogar noch einen Falk-Stadtplan für Münster und ihren ersten Studentenausweis. „Ich habe meine Anfänge in Münster nie vergessen, das ist mein Fundament“, unterstrich die 49-Jährige, die bereits seit einigen Jahren mit ihrer Familie im münsterschen Geistviertel lebt.
In ihrem Ausblick machte sie deutlich, dass sie um die „unterschiedlichen Interessen“ der zahlreichen Einheiten einer solch großen Universität wie in Münster wisse, etwa mit Blick auf die Fachbereiche. Zudem müssten sich alle Mitglieder der Hochschule darauf einstellen, dass man „permanent Veränderungen ausgesetzt“ sei. „Mit Blick auf diese Ausgangslage will ich gerne meine Fähigkeit einbringen, Menschen ins Gespräch zu bringen, Fragen zu stellen, miteinander um die beste Lösung zu ringen und Aufgaben klar zu priorisieren“, unterstrich sie.
Zum weiteren Verfahren: Der designierten Rektorin steht es frei, die Prorektorate nach ihren strategischen Überlegungen gegebenenfalls neu „zuzuschneiden“ und zu besetzen. Aller Voraussicht nach wird das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Susanne Menzel-Riedl im September 2026 offiziell ernennen. Der seit 2012 amtierende Kanzler, Matthias Schwarte, war 2019 für weitere acht Jahre im Amt bestätigt worden.
Sie sei sich darüber im Klaren, schloss Susanne Menzel-Riedl ihre Präsentation, dass sie als Externe „keine Vernetzung in die Universität“ habe. „Dies ist allerdings ein Risiko für beide Seiten“, fügte sie hinzu. „Ich habe keine andere Möglichkeit, als Ihnen zu vertrauen, und dazu bin ich gerne bereit.“



Susanne Menzel-Riedl wird neue Uni-Rektorin. Foto: Uni Münster.


Autor: Norbert Robers

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