Direkt zum Hauptbereich

Schlossgartencafé: Abriss nicht mehr ausgeschlossen

 MÜNSTER. Nicht nur Besucher des Botanischen Gartens bedauern das: Schon seit geraumer Zeit ist das Schlossgartencafé geschlossen, und das hat seinen Grund: Es besteht Einsturzgefahr. Der Pächter als Untermieter der Universität, die das Gebäude auch nur gemietet hat, konnte das Café deshalb nicht mehr betreiben – und zog vor Gericht. Jetzt hat es einen Vergleich gegeben – mit überraschendem Ergebnis.

In dieser Einigung wurde festgelegt, dass das Pachtverhältnis beendet ist der Pächter muss das Café verlassen. Er tut dies nicht mit leeren Händen. Nach Medienberichten zahlt die Uni ihm eine Entschädigung in Höhe einer sechsstelligen Summe. Derzeit möchte sie sich zu näheren Fragen nicht äußern und verweist auf den Eigentümer, den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW. Und der hat nach eigenen Angaben gleich mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, die den Zustand des Gebäudes unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet haben. Diese Gutachten bestätigten, so BLB-Sprecherin Andrea Rehder gegenüber „Münster täglich“, dass die Standsicherheit des Daches über dem großen Saal nicht mehr gewährleistet sei: “Die weiteren Untersuchungen haben darüber hinaus ergeben, dass der Baugrund die Statik zusätzlich beeinträchtigt.“ Der Grund: Das Gebäude sei auf dem Aushub der Schlossgräfte errichtet worden, der sich auch noch nach Jahrhunderten weiter setze. Die Schlussfolgerung des BLB fällt drastisch aus: „Eine Sanierung des Gebäudes wäre nicht wirtschaftlich.“ Aktuell prüfe man die weitere Vorgehensweise.

Das Gebäude des Schlossgartencafés ist einsturzgefährdet.  Foto: Siegmund Natschke


Die Formulierungen lassen darauf schließen, dass ein Abriss nicht mehr ausgeschlossen wird. Dann stünde aber eine mögliche gastronomische Zukunft an selber Stelle in den Sternen und wäre wahrscheinlich sogar ausgeschlossen. Für Münster wäre das ein ganz großer Verlust.

(C) Siegmund Natschke

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sprakel: Gaststätte „Sandruper Baum“ schließt – und öffnet

  SPRAKEL. Ganz Sprakel stand kurzzeitig unter Schock: Die traditionsreiche Gaststätte „Sandruper Baum“ schließt für immer ihre Pforten, hieß es. Und in der Tat: “Unsere Zeit ist hier zu Ende.“, hieß es von den Pächtern Holger und Brigitte Pohlkamp in einem emotionalen Facebook-Post: “Nach siebzehn und erfolgreichen Jahren heißt es nun Abschied nehmen.“ Mit einem weinenden und einem lachenden Auge schließe man die Türen der Gaststätte „Sandruper Baum“. Ein Ort, der dank den Gästen so viel mehr gewesen sei als ein Arbeitsplatz. Denn: “Wir durften unzählige liebe Kunden begrüßen und begleiten, wundervolle Hochzeitsfeiern, liebevolle Geburtstage, feuchtfröhliche Vereinsveranstaltungen und so viele besondere Momente miterleben.“ Jede einzelne davon bliebe in bester Erinnerung. Und so schließt der Post: “Danke für siebzehn Jahre voller Begegnungen, Geschichte und Genuss. Danke für alles!“ Die Gaststätte "Sandruper Baum" schließt vorübergehend ihre Pforten. Foto: Siegmund Natschke...

Tilman Fuchs: Das will der neue OB

  MÜNSTER. Schon nach der Hälfte der ausgezählten Stimmen war gegen 20 Uhr klar: Der nächste Oberbürgermeister von Münster wird der grüne Tilman Fuchs sein. Ganze 57, 91 Prozent der Wähler stimmten für ihn bei der Stichwahl am Sonntag, für seinen Kontrahenten Georg Lunemann (CDU) votierten 42,09 Prozent (vorläufiges amtliches Endergebnis). Vorgänger Markus Lewe (rechts) gratulierte Tilman Fuchs (li.) Foto: Stadt Münster. Was aber will der erste grüne Oberbürgermeister von Münster? Was sind seine Ziele und Positionen? Wenige Tage vor der Wahl hat das Tilman Fuchs gegenüber „Münster täglich“ erläutert. Um Münsters Finanzkollaps zu verhindern, müssen wir in den kommenden Jahren mehr als bisher Prioritäten setzen.“, betonte er: “Dabei sind für mich die durch den Rat beschlossenen Ziele der Stadt handlungsleitend: Klimaneutralität, Mobilität, Wohnen, der Abbau von Armut und Diskriminierung sowie eine starke Wirtschaft.“ Apropos Wohnen: Hier ging Tilman Fuchs ins Detail. Neue Wohnungen ...

McDonalds: Neues Restaurant in Münster?

  MÜNSTER. Die Gerüchte verdichten sich, und jetzt bekam „Münster täglich“ die entscheidende Stellungnahme von McDonalds Deutschland: Offenbar möchte die Fast-Food-Kette in Münster eine neue Filiale eröffnen – zumindest aber im Umland. Für die Domstadt wäre es die fünfte. Jeder weiß es: Bisher gibt es die Schnellrestaurants an der Ludgeristraße, an der Rudolf-Diesel-Straße und am Bahnhof (Berliner Platz). Außerdem gibt es einen „McDrive“ an der Weseler Straße. Nun ist Expansion angesagt. Bis 2027 soll es weltweit sage und schreibe 50.000 Filialen geben. Auch Deutschland ist von den ehrgeizigen Plänen betroffen. Und Münster. McDonalds plant neue Filialen. Foto: Siegmund Natschke. So werde aktuell in Deutschland eine Expansionsstrategie mit der Eröffnung von etwa 500 weiteren Restaurants verfolgt, heißt es von der McDonalds-Pressestelle auf Anfrage von „Münster täglich“: „Im Rahmen unserer Expansionspläne sind wir fortlaufend an neuen, wirtschaftlich vielversprechenden Standorten im...