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Droht in Münster ein Berlin-Blackout?

 

MÜNSTER/BERLIN. Der großflächige Stromausfall in Berlin Anfang Januar hat viele Menschen verunsichert. In mehreren Stadtteilen im Südwesten der Hauptstadt waren zeitweise bis zu 100.000 Menschen ohne Strom. Der Ausfall dauerte teilweise mehrere Tage. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch in Münster die Frage, ob ein solcher Blackout hier ebenfalls möglich wäre. „Münster täglich“ hat bei den Stadtwerken nachgefragt.

Wichtig zu wissen: Die Ursache für den Riesen-Blackout in Berlin war kein technischer Defekt - sondern ein gezielter Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal. Dabei wurden mehrere wichtige Hochspannungskabel zerstört. Die Ermittlungsbehörden gehen von Sabotage aus, eine linksextremistische Gruppe bekannte sich zu der Tat. 

 Soviel vorab: Ein Berliner Szenario gilt in Münster als sehr unwahrscheinlich - völlig ausschließen lässt es sich jedoch nicht.

   In Münster ist ein Blackout wie in Berlin extrem unwahrscheinlich. Foto: Stadtwerke Münster.

Doch der Reihe nach: Münster ist – wie alle Städte in Deutschland – Teil des europäischen Stromverbundnetzes. Das bedeutet, dass überregionale Ereignisse grundsätzlich auch Auswirkungen auf einzelne Städte haben können. „Insbesondere aufgrund der in Deutschland (und Europa) zusammenhängenden Stromnetze sind wir nie unabhängig von überregionalen Ereignissen, seien es technische Defekte, Sabotage oder Wetterextreme“, erklärt Unternehmenssprecher Florian Adler.

Entscheidend ist jedoch der Aufbau des Stromnetzes innerhalb der Stadt. Die Stadtnetze Münster betreiben ausschließlich das lokale Verteilnetz. Und das ist so ausgelegt, dass es Ausfälle abfedern kann. „Das Stromnetz ist redundant aufgestellt nach dem sogenannten n-1-Prinzip“, sagt Adler. Falle eine Mittelspannungsleitung aus, könne die Versorgung in der Regel also über eine andere Leitung übernommen werden. Ein einzelner Defekt oder Schaden führt deshalb normalerweise nicht zu einem großflächigen Stromausfall.

Anders war die Lage in Berlin, wo mehrere zentrale Leitungen gleichzeitig zerstört wurden und die vorhandenen Sicherheitsmechanismen dadurch nicht mehr griffen. In Münster müsste es schon zu einem ähnlich gezielten und massiven Eingriff kommen, um vergleichbare Folgen auszulösen.

Eine Schwachstelle gibt es dennoch:  „Lediglich im Niederspannungsbereich, also auf der letzten Meile zu den Haushalten, ist das nicht immer möglich“, erklärt Adler. Dort kann ein Kabelschaden also dazu führen, dass einzelne Straßen oder Häuser ohne Strom sind - bis die Leitung repariert wird.

Solche Störungen lassen sich nach Angaben der Stadtwerke jedoch meist schnell beheben. „Über unsere 24/7-Störungsbereitschaft schaffen wir es in der Regel, alle Betroffenen oft innerhalb von Minuten, ansonsten innerhalb weniger Stunden wieder mit Strom zu versorgen“, sagt der Unternehmenssprecher.

Die Frage, ob Münster ein Berlin-Blackout droht, lässt sich damit klar beantworten: Ein großflächiger, tagelanger Stromausfall wie in Berlin ist in Münster nach heutigem Stand sehr unwahrscheinlich. Das Stromnetz ist stabil und gleich mehrfach abgesichert. Kleinere, lokale Ausfälle sind möglich, werden aber in der Regel schnell behoben. Absolute Sicherheit gibt es jedoch nicht – weder in Münster noch anderswo.

(C) Siegmund Natschke


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