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Allwetterzoo: Nachwuchs bei den Riesenottern

 MÜNSTER. Riesige Freude bei den Riesenottern im Allwetterzoo: Amérie und Lobo sind erneut Eltern geworden. Die vier Jungtiere sind am 26. November 2025 zur Welt gekommen. Damit hat sich die bislang vierköpfige Otterfamilie auf einen Schlag verdoppelt. Das Elternpaar hat bereits im März dieses Jahres Nachwuchs bekommen.

Ein Blick auf die "Wurfbox" der  Riesenotter. Foto: Allwetterzoo.

„Es hat uns zwar überrascht, dass Amérie wieder so schnell trächtig geworden ist, ungewöhnlich ist es aber nicht“, sagt Tierpflegerin Pauline Koch. „Riesenotter bekommen in der Natur oftmals zweimal im Jahr Jungtiere. So können die älteren Jungtiere bei der Versorgung der kleineren mithelfen und lernen für ihren späteren eigenen Nachwuchs. Die Geschwister Dante und Nova haben teilweise sogar bei der Geburt zugesehen.“
Diese kündigte sich am Morgen des 26. November bereits an. Amérie verweigerte den Fisch und zog sich zurück – eher unüblich für das sonst so quirlige Weibchen. Über eine Kamera in der Wurfbox verfolgte die Tierpflegerin die Geschehnisse auf einem Bildschirm und konnte um kurz nach 13 Uhr das erste Jungtier entdecken. „Bis die anderen drei Jungtiere auf der Welt waren hat es dann noch einige Stunden gedauert, aber am Abend war es dann geschafft“, sagt Koch.
Erste Ausflüge auf die Außenanlage der Riesenotter
Mittlerweile geht es in der Wurfbox munter zu, die Jungtiere trinken regelmäßig Milch bei Mutter Amérie und haben schon ihre ersten Schwimmstunden auf der Außenanlage hinter sich. Besonders Vater Lobo geht gerne mit seinen Otterkindern schwimmen. „Das kann mitunter ziemlich brutal aussehen, weil die Kleinen dabei immer wieder unter Wasser getaucht werden, ist für den Nachwuchs aber ungefährlich“, sagt Koch.
Wenn die Tiere nicht auf der Anlage zu sehen sind, lohnt sich ein Blick auf den großen Bildschirm im Eingangsbereich der Meranti-Halle. Dorthin überträgt der Zoo die Live-Bilder aus der Wurfbox.
Kritische Phase noch nicht überstanden
In den kommenden Wochen beobachtet die Tierpflege die Otterfamilie natürlich verstärkt. Die erste Zeit nach der Geburt ist besonders kritisch, Komplikationen können aber auch noch danach auftreten. Bis zu ihrem ersten Tierarztbesuch werden noch einige Wochen vergehen. Bis dahin bekommen die kleinen und großen Riesenotter so viel Ruhe wie möglich.
Riesenotter zählen laut der IUCN Red List zu den stark gefährdeten Arten. Zu den Hauptgefährdungsursachen gehören: Zerstörung des Lebensraums, Wasserverschmutzung, Wilderei und Tourismus. Der Allwetterzoo setzt sich gemeinsam mit anderen Organisationen für den Schutz der Tiere in deren heimischen Gebieten ein.
Ursprünglich lebten Riesenotter im gesamten tropischen Teil Südamerikas, von Venezuela bis ins nördliche Argentinien. Heute gibt es deutlich weniger Populationen, die sich überwiegend in Brasilien und Peru befinden.

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