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Mecklenbeck: Karlheinz Pötter ist tot

 MECKLENBECK. Es gibt Menschen, die sind schon zu Lebzeiten eine Legende – auch in ihrem Stadtteil. Karlheinz Pötter war so einer. Mehr noch: Ohne ihn würde es Mecklenbeck in seiner heutigen Gestalt kaum geben. Sieben Ortsteile und kein Zentrum: So sah Mecklenbeck nämlich noch bis in die 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts aus. Ortshistoriker Karl-Heinz Pötter war Motor der Veränderung.

Karlheinz Pötter an "seinem" Hof Hesselmann. Foto: Siegmund Natschke.  
Er erinnerte sich und andere oft daran: Das Stadtplanungsamt hatte vor, an der Weseler Straße den lang ersehnten Mittelpunkt des Stadtteils zu errichten. Doch Widerstand formierte und organisierte sich. Im Mittelpunkt: Karlheinz Pötter. Er war streitbar, kämpferisch und seinen Gegnern in der Sache intellektuell haushoch überlegen. Die Vereine und Gruppen im Stadtteil machten gemeinsame Sache mit ihm und hatten in seiner Person den besten Anwalt ihrer Interessen. Und so so stellte sich der Erfolg fast zwangsläufig ein. Schließlich beugte sich der Rat der Stadt Münster im Jahr 1992 und plante ab da an so, wie es die Bürger wollten: Ein Zentrum am Dingbängerweg wurde gebaut. Und im übrigen zeitgleich der Hof Hesselmann zu einem kulturellen Mittelpunkt des Stadtteils erschlossen. Darauf war nicht nur Karlheinz Pötter stolz. Noch eine Mission trieb ihn an: „Ich bin Lehrer!“, sagte er noch im hohen Alter. Was er damit auch sagen wollte: Er kannte die Menschen und wie er mit ihnen umgehen musste. Pötter konnte begeistern, vor allem auch für „sein“ Mecklenbeck. Schon früh entschied er sich, hier alt werden zu wollen. Geboren 1940 in Hamm wurde der Stadtteil seine Heimat. Er identifizierte sich mit dessen Geschichte und wurde selbst zu seiner Geschichte. Auch als Gründungsvater und später Ehrenvorsitzender des Bürgervereins für Mecklenbeck.
Auch auf dem Friedhof Mecklenbeck hielt Pötter Vorträge. Foto: Siegmund Natschke.

Lebenslang hielt seine Freundschaft zu dem in Mecklenbeck gebürtigen brasilianischen Bischof Werner Siebenbrock. Bis zu seinem Tod hielt auch Pötters Begeisterung für den Maler Otto Modersohn, der ein Jahrhundert vor ihm die Idylle hinter den Aaseewiesen als Herzensangelegenheit entdeckte. Man könnte die Liste der Verdienste von Karlheinz Pötter unendlich fortsetzen. Jeder hat seine eigene Geschichte, die ihn mit ihm verbindet. Generationen von Schülern prägte er an der Friedensschule. Persönliche Begegnungen waren sein Lebenselixier. Auch den Autor dieser Zeilen, den Lokaljournalisten, der soviel jünger war als er, hat er stets willkommen geheißen und mit allergrößtem Engagement unterstützt. Jetzt ist Karlheinz Pötter tot. Das tut weh. Nun muss Mecklenbeck ohne ihn auskommen. Das wird nicht einfach.


(C) Siegmund Natschke

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