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Autogrammjagd in Münster und darüber hinaus: Dr. Peter Kreverts Highlights aus fünf Jahrzehnten Sammelleidenschaft - Teil 14: Wolfgang Schäuble

MÜNSTER. Dr. Peter Krevert ist Jäger – Autogrammjäger. Von Prominenten will er vor allem eines: ihre Unterschrift. Seit 52 Jahren schon hat Krevert sich diesem spannenden Hobby verschrieben, und seit bald zwei Jahrzehnten organisiert er Autogrammausstellungen. Die meisten seiner bedeutendsten Sammelobjekte konnte der gebürtige Münsterländer in seiner nordrhein-westfälischen Heimat und nicht zuletzt auch in Münster ergattern, denn hier lebte und arbeitete er über lange Zeit. Auf „Münster täglich“ gibt es ab sofort die Geschichten zu den Autogrammen zu lesen. In Teil 14 geht es um Wolfgang Schäuble.                    

Vieles ist in den vergangenen Tagen über Wolfgang Schäuble gesagt und geschrieben worden. Eines noch nicht: Dass er ein ausgesprochen großes Herz für Autogrammsammler hatte. Und so kann einer der renommiertesten dieser Zunft, der Politikwissenschaftler Dr. Peter Krevert, wiederum einiges über Schäuble berichten. So auch eine Anekdote, die der frühere Bundesinnenminister ihm selber aufgeschrieben hat. Und das kam so: Schäuble habe er bereits in den 80er-Jahren kennengelernt, als Krevert noch als Werkstudent im Bonner Bundeshaus gejobbt hatte. Ein Buchprojekt ließ den Kontakt wieder aufleben. Und zwar gab Krevert 2005 gemeinsam mit seinem Sammlerfreund Heinz-Ulrich Kammeier unter dem Titel "Prominente berichten über ihre Fans" den 3. Band ihrer Buchreihe "Autographen und Autogramme" heraus. Schäuble zählte zu den über 100 prominenten Zeitgenossen, die mit einer handgeschriebenen Geschichte als Mitautoren an Bord kamen.

 Wolfgang Schäuble. Foto: Archiv Sammlung Dr. Peter Krevert.

Und in dieser erinnert sich Schäuble nun lebhaft an eine denkwürdige, plötzliche Begegnung mit einigen jungen wie ungestümen Autogrammsammlern, die auch am Rande eines wichtigen Staatsbesuches natürlich vor allem eines wollten – die begehrte Unterschrift der Staatschefs:“Nach einem Treffen von Bundeskanzler Kohl mit dem französischen Präsidenten Mitterand in einem ländlichen Gasthaus stürmten jugendliche Autogrammjäger auf Kohl zu, während die meisten Mitterand offenbar nicht erkannten. Nur ein Junge ging zu ihm. Auf die Bitte um ein Autogramm streichelte Mitterand ihm ganz freundlich über den Kopf und sagte: “Le Président de la République ne va donner jamais des autographes.“ (Der Präsident der Republik gibt niemals Autogramme).

Präzise sind Schäubles Erinnerungen, sorgfältig sein Schreibstil. Man kann sich vorstellen, wie Schäuble bei der Mitterand-Anekdote selbst schmunzeln musste. So gewissenhaft er das Geschehen zu Papier brachte, so sehr war er auch bedacht, dass der Inhalt auch 1:1 beim Leser ankam. Und so rief eines Tages auch seine Bonner Sekretärin bei Krevert an: Schäuble befürchtete, dass der Autogrammsammler Probleme mit seiner Handschrift haben könnte.“ Deshalb trug er ihr auf, mir anzubieten, mir seinen Text vorzulesen.“, erinnert sich Krevert. „War aber nicht nötig“, versichert der. Jedes einzelne Wort war zu lesen.
Schäubles handschriftliche Erinnerung. Foto: Archiv Sammlung Dr. Peter Krevert.

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                                       Siegmund Natschke

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