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Autogrammjagd in Münster – Dr. Peter Kreverts Highlights aus fünf Jahrzehnten Sammelleidenschaft. Teil 2: Shakin Stevens/ The Dubliners

 

MÜNSTER. Dr. Peter Krevert ist Jäger – Autogrammjäger. Von Prominenten will er vor allem eines: ihre Unterschrift. Seit 51 Jahren schon hat Krevert sich diesem spannenden Hobby verschrieben und seit bald zwei Jahrzehnten organisiert er Autogrammausstellungen. Einige seiner bedeutendsten Sammelobjekte konnte er in Münster ergattern, denn hier lebte und arbeitete er über lange Zeit. Auf „Münster aktuell“ gibt es ab sofort die Geschichten zu den Autogrammen zu lesen. In Teil 2 geht es um den Rockabilly-Star Shakin Stevens und die irische Folk-Band „The Dubliners“.

Shakin Stevens gab sein Autogramm...

genau wie die Dubliners. Fotos: Archiv Dr. Peter Krevert


Elvis ist tot, aber Anfang der 80er schien er wieder aufzuerstehen. Ein junger Engländer hatte den Rock ´n Roll für sich entdeckt und verkörperte ihn mit solcher Inbrunst, dass er die Musikfans, insbesondere die weiblichen, massenhaft für sich begeistern konnte. Shakin Stevens hieß er oder kurz: Shaky. Die Shaky-Mania ging soweit, dass das Teeniemagazin Bravo den neuen Star mit der Legende Elvis Punkt für Punkt verglich und ernsthaft fragte: “Wer ist besser?“ Für Bravo war es eine klare Sache: Shaky! Der übrigens seinen Namen dem kuriosen Tanzstil verdankte, bei dem er die Beine rhythmisch verdrehte, eben fast „schüttelte“. Damals zu Beginn des Jahrzehnts schien einfach jeder Fan von Shakin Stevens zu sein, und es war eine ganz besondere Ehre, ein Autogramm von ihm zu bekommen. Unser Autogrammjäger Peter Krevert hat es natürlich geschafft. Und so lassen wir ihn seine Shaky-Geschichte erzählen:

Während meiner vielen Sammlerjahre, in denen ich in Münster lebte, war die Halle Münsterland immer mal wieder ein für mich recht ergiebiger „Tatort“ meiner Autogrammjagden.“ So auch am Mittwoch, dem 14. November 1984 – ein eher regnerischer Tag, ganz so, wie es sich für Münster im November gehört.

Die Tochter von Bekannten sei, so Krevert, ebenso wie Millionen von Teenagern in Europa glühender Fan von Shakin Stevens gewesen. Eines Tages habe sie mit zwei ganzseitigen Shakin-Bildern aus den letzten BRAVO-Ausgaben vor seiner Tür gestanden und habe gemeint: „Bald tritt er bei uns in Münster auf. Blöderweise bin ich da aber auf Klassenfahrt. Falls Du Dein Sammlerglück bei ihm versuchen willst, darfst Du eines der dann hoffentlich signierten Bilder für Deine Sammlung behalten!“

Das war der Startschuss für Kreverts Autogrammjagd. Er sollte nicht ahnen, dass er noch ganz unerwartet weitere Promi-Unterschriften ergattern sollte. Krevert erinnert sich weiter:

Als ich am Nachmittag vor dem abendlichen Shakin-Konzert auf gut Glück am Bühneneingang eintraf, war außer mir nur ein weiterer Mensch zu sehen – eine junge Zeitungsmitarbeiterin, die sich zugleich als Shakin-Fan outete und auf ein spontanes Interview hoffte.“

Nach einer Wartezeit von mindestens einer Stunde, in der sich rein gar nichts getan habe, wollte er eigentlich schon wieder „abhauen“, zumal es wieder stärker zu regnen begann.

Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Ein kleinerer Bus rollte an und stoppte. Die Pressefrau meinte: „Das sind die Dubliners, die treten nachher parallel zu Shakin in einem anderen Saal der Halle auf!“. Ein bärtiger Mann nach dem anderen entstieg dem Bus, und als Krevert sich vor der Hallentür postierte, trug sich der erste von ihnen bereits mit Ort und Datum in sein Album ein. Und die anderen Bandkollegen warteten wie selbstverständlich, bis auch sie an der Reihe waren. Dass währenddessen noch ein Auto ankam, hatte Krevert gar nicht bewusst wahrgenommen. Und dass sich direkt hinter die Iren ein jüngerer Mann mit schwarzen Haaren artig in die Prominenten-Schlange eingereiht hatte, realisierte der eifrige Autogrammsammler erst, als er direkt vor ihm stand und freundlich „Hello, I’m Shakin“ sagte. Shaky! Und der Superstar gab bereitwillig seine Unterschrift – Krevert hatte an diesem Tag also fette Autogramm-Beute gemacht. Mit einer ganzen Prominentenschlange hatte er ganz sicher nicht gerechnet, ein bisschen Glück gehört bei der Autogrammjagd eben auch dazu – zweifellos das Glück des Tüchtigen.




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