MÜNSTER. Der Iran-Krieg kam plötzlich, und ebenso unerwartet trafen viele die explodierenden Energiepreise. Nicht nur Öl ist davon betroffen, auch die Weltmarktpreise für Gas ziehen deutlich an. Doch wann kommt der Kosten-Tsunami beim Verbraucher an?
Wie reagieren die Gaspreise? Foto: Pexels.„Aktuell ist der Zeitraum der hohen Preise noch zu kurz, als dass er die Verbraucher_innen unmittelbar erreicht und auf die Endverbraucherpreise durchschlägt., sagt Stadtwerke-Sprecherin Lisa Schmees. Die Stadtwerke haben indes vorgesorgt: “Unter dem Eindruck der Energiekrise 2022 haben wir die Beschaffungsstrategie angepasst, um solche preislichen Risiken für die Verbraucher_innen besser glätten zu können.“, erklärt Schmees.
Abhängig davon, wie lange der Konflikt und die Hochpreisphase dauere, sei es jedoch nicht auszuschließen, dass die höheren Einkaufspreise auch die Verbraucher erreichen und die Preise steigen würden.
Auch sei es abhängig vom individuell gewählten Gastarif, wie stark sich Marktpreisentwicklungen abbilden: Der Preis für Laufzeitverträge bildet sich nämlich nah an den aktuellen Marktpreisen, daher bilden sich hohe Einkaufspreise hier deutlich schneller ab. Der Grundversorgungspreis reagiert aufgrund einer anderen Beschaffungslogik träger auf Marktturbulenzen.
Was bedeutet das konkret?
„In unseren MeinMünster-Tarifen ist der verbrauchsabhängige Preis pro Kilowattstunde über die vereinbarte Laufzeit von 1 oder 2 Jahren fix; ausgenommen der staatlichen Umlagen und Abgaben.“, sagt Schmees. Bei bestehenden Laufzeitverträgen ändere sich der Preis über die Laufzeit daher nicht (sofern sich Abgaben und Umlagen nicht ändern). Aber: „Beim Neu-Abschluss oder der Verlängerung eines Laufzeitvertrags müssen Verbraucher jedoch mit höheren Angebotspreisen rechnen.“
Aktuell liegen Gaspreise für Haushalte meist bei etwa 9–11 Cent pro kWh , können aber je nach Eskalation des Konflikts deutlich steigen – im Extremfall sogar auf über 30 Cent/kWh.
(C) Siegmund Natschke

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